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Montag, 3. November 2008

USA: Ännert sech eppes?

Gelacht haben wir ja schon über "Et Imperium knippelt redour" (Star Wars-Kinoplakat) oder "Rennie risselt de Pans in de Reih" (Rennie Werbeplakat - echte Luxemburger mögen mir eventuelle Schreibfehler verzeihen, ich zitiere aus dem Gedächtnis).

Für uns Saarländer hört sich nämlich diese lustige Sprache unseres putzigen Nachbarlandes fast genau so an wie die Sprache, die in manchen Teilen des Saarlandes gesprochen wird. Generell ist das ja so im kleinsten Bundesland, dass sich Leute aus Örtchen, die Luftlinie 25 km auseinander liegen, teilweise kaum verstehen. Und je weiter man so in das nordwestliche Saarland vorstößt, desto eher hört sich das schon mal an wie in Luxemburg. Was die Verständigung beim günstig-Kaffee-Benzin-Zigarretten-kaufen erheblich vereinfacht. Eenfach so schwätze wie dahemm, dann verstedd dich aach jeder. Mit Französisch braucht man da gar nicht erst anfangen.

Heute zufällig auf der luxemburgischen RTL-Seite gefunden und kaputtgelacht:

Montag, 15. September 2008

Wie Sam und Frodo im Kanu...

Endlich, das Wetter hatte mitgespielt und wir konnten unsere Kanu-Tour starten. Noch am Samstag hatte es eigentlich nicht so ausgesehen, als würde es jemals wieder aufhören zu regnen, aber abends konnte man dann schon die Sterne am Himmel sehen und der Sonntag begann mit strahlend blauem Himmel.

Unsere diesjährige "Vereinsfahrt" wurde vom Veranstalter "Freizeit Aktiv" ausgerichtet, die man an dieser Stelle ruhig mal lobend erwähnen und allen mitlesenden Saarländer wärmstens empfehlen kann.

Da das meine Kanu-Premiere war, war ich anfangs noch etwas skeptisch und aufgrund der Tatsache, dass die Luft gefühlte 12° hatte, wollte ich ungern Bekanntschaft mit dem Wasser der Blies machen. Aber die Dinger liegen doch recht stabil im Wasser und ich glaube, man muss sich schon ziemlich dämlich dranstellen, um wirklich zu kentern. Zumindest auf diesem Flüsschen. Laut einem der Kanu-Führer ist da die Nied etwas wilder, weshalb man diese Tour auch nur im Sommer mit Badebekleidung machen sollte.


Trockenübung kurz vor Abfahrt

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und zwei Dickköpfen und Rechthabern in einem Boot hat das dann auch mit dem Steuern ganz gut funktioniert. Die ein oder andere Trauerweide oder überdimensionale Brennessel im Ufergestrüpp haben wir zwar mitgenommen aber das ist jedem passiert. Immerhin war unser Boot noch am wenigsten nass!

Nach 8,5 Kilometern und einem Picknick auf halber Strecke waren wir am Ziel. Hat echt Spaß gemacht. Der Muskelkater wird sicher heute im Laufe des Tages noch kommen...

Mittwoch, 7. Mai 2008

Linguini

Saarländer können ein ganzes Gespräch nur mit zwei Wörtern führen: "Unn?" und "Joo."
Es gibt praktisch unbegrenzte Intonationsmöglichkeiten für beide Wörter und je nach Betonung können sie komplett unterschiedliche Fragen, bzw. Antworten bedeuten.

Der klassische Fall:
A: "Unn?"
B: "Joo, unn selbschd?"
A: "Jo, unn sonnschd?"
B: "Jooo..."
A: "Ei dann, machs gudd!"
B: "Jo, du aach!"

Übersetzung:
A: "Wie geht es dir? Bist du gesund? Klappt alles im Job?"
B: "Ja, alles hervorragend, mir geht es gut! Und wie geht es dir?"
A: "Auch gut, danke! Was macht die Familie und die Freunde?"
B: "Ach ja, du kennst das ja, die Mutter ist schon fast 90 und nicht mehr so fit, mein Bruder hatte eine Blinddarmoperation und das Auto hat einen Blechschaden, aber soweit ist eigentlich alles OK."
A: "Na das ist doch alles gar nicht so wild, so lange man gesund ist usw. Dann machs mal gut und Grüße an alle!"
B: "Ja, danke, dir auch alles Gute und ebenfalls Grüße!"

Genau so gut kann das eine Einleitung sein oder auf die momentane Stimmung hinweisen: Zwei Bekannte treffen sich in der Stadt, sie kennen sich ganz gut, vielleicht von einer früheren Arbeitsstelle oder aus Schulzeiten.
A: "Unn?" (kurz, am Ende betont und leicht euphorisch wegen der Wiedersehensfreude)
B: (dem vor drei Tagen bei einem Auffahrunfall ein erheblicher Blech- und Sachschaden entstanden ist): "Jooo..." (hier wird das Joo etwas in die Länge gezogen, begleitet von einem Niederschlagen der Augen oder einem leichten Schulterzucken)
A: "Wieso? Was isn los?"
B: Erzählt von dem Unfall...

Oft reicht auch ein einfaches "Unn?" mit der richtigen Betonung und das Gegenüber weiß gleich, was der andere wissen will.
Beispiel:

A hatte vor ein paar Tagen ein Date und hatte B davon erzählt. Nun treffen sie sich und B will natürlich wissen, wie es war. Obwohl sie sich drei Tage lang nicht gesehen haben, braucht B nur etwas lauernd zu fragen: "Uuunn?"
Und A weiß genau, was B wissen will und erzählt, wie das Date gelaufen ist.

Dass das eine universelle Kommunikationsmöglichkeit für ALLE Saarländer ist, hat kürzlich ein Arbeitskollege einem Hamburger Kollegen bewiesen. Er hatte dem Hamburger erzählt wie das läuft mit dem Unn und dem Joo und wollte ihm zeigen, dass das immer funktioniert. Der Hamburger brauchte irgendwelche Informationen. Also sind sie zu einem zweiten saarländischen und zuständigen Kollegen hin, der von der Beweis-Aktion gar nichts wusste und der erste Kollege fragt den zweiten im Beisein des Hamburgers: "Unn?"
Und der zweite saarländische Kollege sprudelte gleich mit genau den Informationen raus, die der Kollege aus Hamburg haben wollte. Dieser stand mit offenem Mund daneben.

Dienstag, 29. April 2008

Ei gugg mol do, was e kloorer Film!

Da momentan einfach nichts interessantes passiert und doch einige Nicht-Saarländer diese Seite besuchen, poste ich heute einfach mal für alle Nicht-Saarländer ein ganz "putziges" (um mein Lieblingswort nochmal zu verwenden) Filmchen, das exakt die Lebensweise des Saarländers beschreibt. Entstanden ist es an meiner damaligen "Uni", der Kunsthochschule Saarbrücken. Ich kann meine böse Designerzunge ja nicht im Zaum halten und muss sagen: endlich mal was wirklich witziges und nicht irgendwelche "Kunst" die keiner versteht. Geht doch auch. Jaaa, es gibt auch Ausnahmen, ihr Künstler. Aber eben wenige. So. (Anm. d. Red.: wie an jeder "gemischten" Hochschule herrscht natürlich auch hier ein immerwährendes Missverstehen zwischen Künstlern und Designern.)

Also, hier der Film, alle Saarländer müssen leider auf den nächsten Eintrag warten, denn wie das im Saarland so is, kennt den Film hier natürlich jeder schon: Der Saarländer (Embedded bei Youtube war eine beschissene Qualität, deswegen der direkte Link - bitte mit Ton!!!)

Dienstag, 25. Dezember 2007

Weihnachtliche Sprachforschung

Hochdeutsch: Wunderkerzen
Mitte Saarland: Wunnerkerze
Westliches Saarland: Spritzkerze

Hochdeutsch: Puderzucker
Saarländisch: Staabzucker (Staab = Staub)

Sonntag, 8. Oktober 2006

Update nach verlängertem Wochenende

Ich muss saarlännisch schwätze, weil ich es Wochenenn in Bayern mit lauder Saarwellinger verbrung hann unn das dringende Bedürfnis hann, mol widda guddes saarbrigga Platt se schwätze. Außademm hadd mich em Mischael sei saarlännisches Schbrischword inschbirierd, das muss ich jetzt aach inbaue.

Kleine Landeskunde:

Hochdeutsch: Kaninchen
Bildstock: Kanienscha
Saarwellingen: Kaneinscha

Hochdeutsch: Papier
Bildstock: Babier
Saarwellingen: Pabeia

Hochdeutsch: füttern
Bildstock: fiddere
Saarwellingen: feydern

Und das waren nur die Wörter, die ich mir merken konnte, bzw. verstanden habe. Und Saarwellingen is nur ca. 25 km von Bildstock entfernt.
Abgesehen davon hats in Bayern wie erwartet Kühe, Häuser mit Holzbalkonen und Geranien und naja, die Party war zwar gekrönt von einem leckeren Buffet, aber die Saarländer sind dann doch eher in Feierlaune.

Das saarländische Sprichwort werde ich jetzt von Michael übernehmen.

Grüetzi? Nee, Glück auf!